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Benediktstatue im Klausurgarten Gemälde des Heiligen Benedikt in der Krypta Die Mönche im Gebet

"Benedikt" - seinem Namen nach gesegnet, sollen er und seine Mönche ein Segen sein.

Benedikt von Nursia ist der Vater des abendländischen Mönchtums und der Patron Europas. Er wurde 480 n. Chr. in Nursia geboren. Dieser Ort liegt rund 100 km nordöstlich von Rom. Seine Eltern waren reich begütert und schickten ihren Sohn zum Studium nach Rom. Aus dem Grund "allein Gott zu gefallen", zog er sich vom Studium zurück und verbrachte einige Zeit in einer Asketengemeinschaft in Effide. Benedikt konnte sich erst mit der Zeit von seiner Vergangenheit und vertrauten Personen lösen und zog sich als Einsiedler in die Wildnis von Subiaco zurück. Der Versuch, als Abt im Kloster Vicovaro zu wirken, scheiterte. Er kehrte in die Einsamkeit seiner Höhle von Subiaco zurück. Bald sammelten sich um ihn einfache Menschen, Hirten aus der Umgebung, die mit ihm leben wollten. Der Versuch, in Subiaco ein gemeinsames Leben zu führen, konnte nicht verwirklicht werden. So zogen er und seine Mönche um das Jahr 529 auf den Monte Cassino und bauten ein Kloster. Zwischen 540 und 560 verfasste er seine Klosterregel, "ausgezeichnet durch maßvolle Unterscheidung und wegweisend durch ihr klares Wort" (Papst Gregor der Große). Benedikt von Nursia starb um 560 und wurde in seinem Kloster auf dem Monte Cassino bestattet.

Will man das Profil Benedikts zeichnen, so erkennt man als ein Charakteristikum sein Unterwegssein. Wie viele seiner Zeitgenossen ist auch er unterwegs. Doch sein Weg ist anderer: so ist sein Gehen keine Flucht ist und sein Ziel heißt, Gott zu suchen. Er versteht sein wiederholtes Scheitern nicht als Niederlage, sondern als einen Hinweis auf einen anderen Weg, der sich durch eine religiöse Dimension auszeichnet.

Der Begriff Weg darf auch als Lebensweise verstanden werden. Da sich der Weg immer einer Landschaft anpasst, bedeutet das für den klösterlichen Lebensweg, dass er inmitten der aktuellen Umstände neu zu suchen und zu gehen ist. Aus diesem Blick auf den Weg und die Lebensumstände erwächst die Tugend der Discretio, die als Gabe der Unterscheidung nach einem gangbaren Weg sucht.

"Wer aber im klösterlichen Leben und im Glauben fortschreitet, dem wird das Herz weit, und er läuft in unsagbarem Glück der Liebe den Weg der Gebote Gottes."
(Benediktsregel, Vorwort, Vers 49)

"Der Abt lasse sich vom Gespür für den rechten Augenblick leiten und verbinde Strenge mit gutem Zureden. Er zeige den entschlossenen Ernst des Meisters und die liebevolle Güte des Vaters."
(Benediktsregel, 2. Kapitel: Der Abt, Vers 49)

"Immer gehe ihm Barmherzigkeit über strenges Gericht, damit er selbst Gleiches erfahre. Er hasse die Fehler, er liebe die Brüder." Benediktsregel, 64. Kapitel: Einsetzung und Dienst des Abtes, Vers 10)

"Singend lasst uns vor ihn treten, mehr als Worte sagt ein Lied"

Im gemeinsamen Gebet wie im Beten des einzelnen begegnet der Mönch Gott. Das Gebet, das in der täglichen Eucharistiefeier seinen Höhepunkt findet, soll von seinem Wesen ein Dank an Gott sein. Wir glauben, dass Gott in seinem Sohn am Werk ist und uns durch den Tod seines Sohnes am Kreuz vom Tod erlöst und uns damit sein göttliches Leben geschenkt hat. Heißt das nicht letztlich, dass unser Leben ein Geschenk Gottes und unsere Berufung ein Dank sein soll?

Leben als Geschenk Gottes ist unverfügbar; es kann uns niemand nehmen. So wird die Annahme des Lebens, das Ja zum Leben, eine geistliche Aufgabe. Je mehr der Mensch das Leben annimmt, umso mehr wächst er in der inneren Freiheit und in der aufrichtigen Liebe gegenüber dem Mitmenschen. Das von Gott geschenkte Leben ist keine Selbstverständlichkeit. Es soll verinnerlicht werden, deshalb sollen sich die Mönche mehrmals am Tag an den lebensbejahenden Gott erinnern. Auf diesem Hintergrund verlangt der hl. Benedikt in seiner Regel:
"Zu diesen Zeiten lasst uns also unserem Schöpfer den Lobpreis darbringen wegen seiner gerechten Entscheide, nämlich in Laudes,  Prim, Terz, Sext, Non, Vesper und Komplet. Auch in der Nacht lasst uns aufstehen, um ihn zu preisen."
(Benediktsregel, Kap. 16, Vers 5)

Wenn Sie uns besuchen, sind Sie herzlich dazu eingeladen, mit uns vor Gott hinzutreten und mit den Psalmen für das Geschenk des Lebens zu danken. Gebetszeiten