Benediktinermönche bauen mit eigenen nachwachsenden Rohstoffen

Am Samstag, dem 11. Juli 2020, dem Hochfest des Heiligen Benedikt, dem Patron Europas und Gründer des Benediktinerordens, wurde in der Benediktinerabtei Plankstetten der Grundstein für den Neubau „Haus St. Wunibald“ gelegt. Die Bayerische Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, Frau Kerstin Schreyer, würdigte das strohgedämmte Gebäude als zukunftsweisendes Beispiel für klimaschonendes Bauen in Deutschland und Europa.
Neben der Bayerischen Staatsministerin und den Kommunalpolitikern erschienen zur Grundsteinlegung Vertreterinnen und Vertreter der Fördergeber, der beteiligten Behörden, das Planungsteam und die Baufirmen.
Nach einem Festgottesdienst in der Klosterkirche anlässlich des Hochfests des Ordensbegründers St. Benedikt begrüßte Herr Abt Dr. Beda M. Sonnenberg OSB die Gäste zur Grundsteinlegung und würdigte dabei insbesondere „die Bauleute und Projektbeteiligten, da sie – ganz im Sinne unserer Ausrichtung auf den Erhalt der Schöpfung – einen großen Beitrag dazu leisten, dass hier ein Beispiel für klimaschonendes Bauen entsteht, von dem wir hoffen, dass es viele Nachahmer findet.“
In der anschließenden Festrede sprach die Bayerische Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, Kerstin Schreyer, davon, wie gut bei dieser Baumaßnahme Werteerhaltung, Denkmalschutz und Nachhaltigkeit verbunden würden. „An einem so geschichtsträchtigen Ort wie dem Kloster Plankstetten steht der Neubau mit Holz und Stroh gleichermaßen für Tradition wie für Moderne – ein echtes Vorzeigeprojekt. Wir beteiligen uns daher sehr gerne mit 5,24 Millionen Euro der Städtebauförderung von Bund und Freistaat am zweiten Bauabschnitt der Klostersanierung, zu dem das Haus St. Wunibald gehört.“
Der verantwortliche Architekt Robert Härtl vom Architekturbüro Hirner & Riehl in München stellte in seiner Rede den Neubau vor und betonte: „Beim Projekt Kloster Plankstetten verbinden sich die Ziele unseres Büros auf hervorragende Weise mit den Leitmotiven der Abtei, schöpfungsnah und nachhaltig zu handeln und dementsprechend das Kloster zu gestalten.“ Die Tatsache, dass derzeit zunächst eine Menge Beton auf der Baustelle zu sehen sei, erklärte er so: „Das massive Kellergeschoß nimmt den Hangdruck auf und schützt so den denkmalgeschützten Bestand.“
Die Benediktinerabtei ist Partnerin des EU-Projekts UP STRAW, dessen Ziel es ist, gerade im öffentlichen Bauwesen die Nutzung von Stroh zu steigern und so die hohen CO2 Emissionen im Baubereich zu verringern. Die Fördermittel von UP STRAW aus dem Interreg-Programm North-West-Europe stellen einen Teil der Finanzierung des Neubaus dar. Benedikt Kaesberg, Leiter des EU-Projekts, stellte in seiner Rede die hervorragende Ökobilanz von Stroh als Baustoff heraus. „Strohballenbau trägt wie kaum eine andere Bauweise dazu bei, das Klima zu schonen, weil Stroh im Wachstum CO2 bindet, in der Herstellung kaum Energie benötigt und als hervorragende Wärmedämmung CO2 Emissionen durch reduzierten Heizbedarf vermeidet.“
Der Bürgermeister Ludwig Eisenreich von der Stadt Berching erklärte in seinem Grußwort: „Hier entsteht ein besonderes Bauwerk, welches aus regionalen Baustoffen für die Region errichtet wird. Dass der Kindergarten in diesem Neubau integriert ist, trägt dazu bei, dass schon die Kleinen mit dem wichtigen Thema der regionalen Wertschöpfung und einer nachhaltigen Lebensweise aufwachsen“.
Gemeinsam mit dem Herrn Abt Dr. Beda M. Sonnenberg OSB, Herrn Architekt Robert Härtl und Herrn Bürgermeister Ludwig Eisenreich legte die Frau Staatsministerin Kerstin Schreyer im Anschluss an die Festreden den Grundstein im Eingangsbereich des neuen Mehrzweckgebäudes ein und klopfte die vom Steinmetz Herrn Stefan Regnet vorbereitete Gedenkplatte mit einem Maurerhammer vorsichtig fest. Die Gedenkbox im Grundstein enthielt neben der Urkunde, aktuellen Printmedien des Klosters, eine Ausgabe der Tages- und Kirchenzeitung und Informationen über den Neubau.
Nach einer Stärkung im Klosterbiergarten, bei der es Gelegenheit gab, sich im Gespräch mit den Bauverantwortlichen und Strohbauexperten über das Projekt und die Bauweise persönlich zu informieren, haben zahlreiche Gäste die Möglichkeit genutzt, sich die Vorfertigung der Wandelemente aus Holz und Stroh persönlich anzusehen. Diese findet derzeit in den Werkhallen der beauftragten Zimmerei Holzbau Bogner GmbH in Seubersdorf/Freihausen statt.
Nähere Informationen zum Bauen mit Stroh und dem EU-Projekt UP STRAW sind zu finden auf den deutschen Webseiten www.bau-mit-stroh.de sowie www.facebook.com/bau.mit.stroh. Die englischsprachige Seite des Projekts lautet: www.nweurope.eu/upstraw. Informationen zur Generalsanierung des Klosters lesen Sie unter www.kloster-plankstetten.de/strohbau

CategoryAllgemein