Die Öffentlichkeit kann teilhaben am Entstehen eines klimaschonenden Bauwerks

In der Benediktinerabtei Plankstetten können sich Besucher künftig anhand einer Strohbau-Schauwand im Klosterinnenhof über die Bauweise des derzeit entstehenden Hauses St. Wunibald informieren. Das Holz-Stroh-Haus des Klosters wird in Bayern, Deutschland und Europa ein Referenzobjekt für klimaschonendes Bauen sein. Eine Reihe öffentlicher Veranstaltungen begleitet ab jetzt den Bauprozess.
Bei der Veranstaltung am 27.11.2019 wurde im Kloster eine Strohbau-Schauwand vorgestellt, die 1:1 den zukünftigen Wandaufbau des Mehrzweckgebäudes erfahrbar macht, in dem neben dem pfarrlichen Kindergarten 30 neue Einzelzimmer für den Gäste- und Tagungsbereich des Klosters entstehen. Die Schauwand ist, wie auch der geplante Neubau, aus klostereigenem Holz und Stroh errichtet und innenseitig mit Lehm verputzt.
Abt Beda konnte neben Herrn Bürgermeister Ludwig Eisenreich den Projektleiter für den Strohballenbau in Plankstetten, Herrn Benedikt Kaesberg, begrüßen. Herr Kaesberg stellte die Intention des Förderprogramms Interreg North-West Europe und seines Projekts UP STRAW vor und informierte über die klimaschonenden Vorteile eines strohgedämmten Hauses. Wer mit nachwachsenden Rohstoffen wie Stroh baue, entlaste das Klima dreifach: Stroh speichert CO2 beim Wachstum, verursacht minimale CO2-Emissionen bei der Herstellung und vermeidet als effiziente Wärmedämmung CO2-Emissionen im Gebäudebetrieb. „Mit der Energie, die die Herstellung eines konventionellen Massivbaus erfordert, kann ein Strohballenbau in vergleichbarer Bauart errichtet und 69 Jahre beheizt werden“, zitierte der Projektleiter die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR).
Schon beim Spatenstich im September 2019 erklärte der Bayerische Staatsminister Albert Füracker, die Klostersanierung sei „nahezu ein Jahrhundertbauwerk“. Das Haus St. Wunibald ragt hierbei durch seine gleichsam traditionelle wie innovative Bauweise hervor. In den kommenden Monaten können Interessierte an den Produktionsschritten des strohgedämmten Gebäudes durch eine Reihe von öffentlichen Veranstaltungen teilhaben. Die nächste Gelegenheit dazu gibt es im Frühjahr 2020 beim Umpressen des Strohs am Kloster. Hierbei werden aus Großballen des Staudenhofs mithilfe einer neu entwickelten mobilen Umpressanlage maßgetreue und als Baustoff ausgewiesene Baustrohballen hergestellt. Im Sommer lädt das Kloster zu baubegleitenden Events ein, die separat bekanntgegeben werden.

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