Wenn in der Klosterbrennerei unser guter Obstbrand destilliert wird, brodelt und zischt es. Beim Öffnen der Brennblase steigt heißer Dampf in die Luft – der Raum ist erfüllt von Alkohol- und Fruchtaromen.

Der Weg in die Brennerei ist die wohl hochprozentigste Veredlung, die Obst erfahren kann. Und davon sammelt sich im Jahresverlauf so einiges auf den ausgedehnten Streuobstwiesen unseres Klosterguts Staudenhof. Äpfel, Birnen und Zwetschgen, deren individueller Geschmack monatelang in der Sommersonne gereift ist, werden gesammelt und handverlesen sortiert.

Daraus entstehen dann unter der Aufsicht von Frater Andreas Schmidt OSB zwei unserer gehaltvollen Klosterbrände, der Zwetschgen- und der Obstbrand.

Der dritte im Bunde ist der beliebte Bierbrand. Und wer bei den Worten „Bier“ und „Brand“ zuerst an ein Herrengedeck denkt, war wahrscheinlich noch nicht in unserer Klosterbrennerei! Beim Schaubrennen lässt sich hier nämlich die Verwandlung von hochwertigem, klostereigenen Spezial-Bier zum 40%igen Bierbrand eindrucksvoll miterleben.

Unsere Bioland-zertifizierten Brände können im Klosterhofladen erworben werden. Und wer gerne probiert, der kostet sie einfach nach einem guten Essen in der Klosterschenke .

Wer feine Früchte hochprozentig veredelt, nutzt Gottes Geschenke voller Dankbarkeit.

Wenn im Sommer die Früchte auf unseren Streuobstwiesen reifen, freuen sich einige Klosterbetriebe besonders: denn die Vielfalt an Obstsorten bringt eine Vielzahl an Verwertungsmöglichkeiten mit sich. Manche Sorten sind speziell zum Backen, andere besonders zum Einlagern oder zur Saftgewinnung geeignet. Je mehr Sorten, desto mehr Genußmöglichkeiten.

In der Klosterbäckerei werden frische Obstkuchen gebacken – und in der Klosterküche haben fruchtige Desserts Hochsaison. Kompotte und Chutneys dampfen in großen Töpfen auf dem Herd.

Wohin aber mit den „Überschussfrüchten“? Im Rahmen unseres regionalen Autarkiekonzeptes streben wir danach, die Ressourcen unserer Region nachhaltig in Wert zu setzen. Und dabei Transportwegen kurz zu halten.

Also werden überschüssige Früchte von einigen regionalen Obstsorten, die sich besonders gut zum destillieren eignen, zu gehaltvollen Bränden veredelt.

Im Jahr 1998 konnte das Kloster ein altes fränkisches Brennrecht für 300 Liter 100%igen Alkohol samt traditioneller Brennanlage mit Holzfeuerung erwerben. Die Brennanlage fand damals ihren Platz im Bereich der Klostergärtnerei.

Im Jahr 2008 entschied sich der Konvent für die Investition in eine neue Brennerei. Hier wurde aus Effizienzgründen bewusst auf moderne Technik gesetzt. Ein wichtiges Kriterium war auch die Besichtigungs-Möglichkeit durch unsere Gäste. Im August 2008 konnten Frater Andreas und unser Brenner Ernst Fernolend die neue Brennerei erstmalig in Betrieb nehmen.

In unserer Brennerei werden ausschließlich Brände, also Destillate aus vergorener, zuckerhaltiger Maische gewonnen. Besonders wichtig ist uns hierbei die Beibehaltung des charakteristischen Aromas. Deshalb verwenden wir zum Erhitzen der Maische auch Holz. Durch den langsamen Brennvorgang kann die Qualität des Destillates bestmöglich gesteuert werden.

Etwa eine Stunde dauert ein Brenngang. Zu Beginn liegt der Alkoholgehalt im sogenannten Vorlauf bei 75 bis 90 %. Er nimmt während des Destillierens stetig ab. Der für die Schnapsherstellung maßgebliche und trinkbare Mittellauf, liegt zwischen 65 und 75 % Alkohol. Gegen Ende der Destillation folgt der ungenießbare Nachlauf.

Nach der Abfüllung des Mittellaufes wird dieser für unsere klostereigenen Brände auf einen Alkoholgehalt von 40 % eingestellt und dann in Eichenfässern eingelagert. Zwei Jahre reift er hier. Durch die Aromen des Eichenholzes baut er sich zu einem milden Schnaps aus.