Die barocken Klosteranlagen unserer Benediktinerabtei erlebten in den letzten Jahren die umfangreichste Baumaßnahmen seit ihrer Entstehung im 18. Jahrhundert: In drei Abschnitten wurden sie bis ins Jahr 2018 generalsaniert.

Dabei stellten Denkmalschutzauflagen einerseits und Nachhaltigkeitsaspekte andererseits unsere Planung vor besondere Herausforderungen.

Wie schaffen wir es, den Charme der historischen Klostergebäude zu erhalten und dem Denkmalschutz gerecht zu werden – während gleichzeitig energie­effizient und baubiologisch gesund saniert wird?

Glücklicherweise waren wir nicht die Einzigen mit solch einer ambitionierten Fragestellung. Dass fossile Brennstoffe ein Auslaufmodell sind und steigende Energiekosten den Unterhalt historischer Gebäudekomplexe zu einem finanzieller Kraftakt machen, beschäftigt viele Einrichtungen – sei es im staatlichen, kirchlichen oder sozialen Umfeld.

Nachdem 2009 eine Machbarkeitsstudie zeigte, mit welchem Konzept unser grünes Kloster ein noch besserer Ort zum Leben, Wohnen und Arbeiten werden kann, ging es an die konkrete Planung.

Ziel war auch, unsere Erfahrungen mit dem Umbau zu teilen: Fachpublikum, Bauherren sowie interessierte Besucher und Gäste sollten die Möglichkeit haben, die Entwicklung mitzuerleben.

Eine spannende Reise begann: Ökologie – mit der Natur – für den Menschen.

Schöpfungsnah und nachhaltig wollten wir unser Kloster gestalten. Dafür sollten gesunde, klimafreundliche Baustoffe verwendet werden. Gemäß unserem regionalen Autarkiekonzept wollten wir diese vorzugsweise aus der Region beziehen.

In die Grundkonstruktion wurde deshalb viel eigenes Holz aus dem Klosterforst eingearbeitet. Für Wärme in den Mauern sorgen sowohl mineralische als auch Holzfaser- Dämmstoffe. Verwendet wurde beispielsweise Glasschaumschotter, ein Produkt aus nicht recyclebarem Altglas, mit guten Isolationseigenschaften. Im Gegensatz zur häufig verwendeten Mineralwolle gibt es aber keine lungengängigen Fasern ab.

Die Wandoberflächen wurden mit ökologischer Dämmputz (Fassade) und Sumpfkalkputz versehen.

Für noch mehr baubiologische Behaglichkeit im Innenbereich sorgen Leinöl- und Kalkfarben sowie regionaler Naturstein.

Auch die massiven Eichenstrukturen strahlen Ruhe aus. Für die Böden wurden Linoleum und Holz verwendet. Wo dies möglich war, wurden die bestehenden Holz- und Natursteinböden ausgebaut, restauriert und wiederverwertet.

Das ganzheitliche Konzept lässt sich mit allen Sinnen erleben: der zarte Duft nach Holz durchzieht die Gänge, während sich das Auge an satten Kalkfarben erfreut und die Haut die sanfte Kühle antiker Kalksteinböden spürt.

Wer energieeffizient bauen will, fragt sich natürlich zuerst: Was beeinflusst eigentlich die Energieeffizienz von Gebäuden?

Unsere Machbarkeitsstudie in 2009 brachte zwei mögliche Stellschrauben zur Senkung des Energiebedarfs ins Gespräch.  Um einen ist es der Energieverbrauch im Gebäude selbst durch Heizung, Kühlung, Lüftung, Elektrogeräte und das individuelle Nutzerverhalten. Zum anderen wirkt sich natürlich auch der Energieverlust durch die Gebäudehülle aus.

Bei der Generalsanierung unserer Klostergebäude wurde deshalb ein besonderer Schwerpunkt auf die Wahl der Dämmung gelegt. Es galt Denkmalschutz, Nachhaltigkeit und Energieeffizienz zu vereinen. In enger Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege konnte ein Dämmkonzept erstellt werden, das beidem gerecht wird.

Aus denkmalschutztechnischen Gründen konnten die Außenmauern nur mit einem isolierenden Dämmputz versehen werden. Im Innenbereich wurden Geschossdecken gedämmt sowie Isolierglasfenster eingesetzt.

Bei der Isolierung der Dächer konnte dann kompromissloser verfahren werden. Durch die Fortführung des energieeffizienten Baustandards der Konventgebäude (1. BA) konnte eine Reduzierung des Wärmebedarfs um ca. 75 % gegenüber dem Bestand (40 kWh / m² / Jahr) erreicht werden.

Unseren Neubauten, wie dem Ersatzgebäude der baufälligen Turnhalle, wurden im Passivhausstandard gebaut.

Bei den Innen- und Außenwänden kamen die natürlichen Baustoffe Stroh und Lehm zum Einsatz. Eine Sonnenkollektor-Anlage mit 60 m² Fläche ermöglicht die Gebäudeteiltemperierung im sanierten Teil zur Trockenlegung der Grundmauern.