Unsere Gärtnerei steht in der guten Tradition klösterlicher Gärten, in denen Gemüse und Obst zur Eigenversorgung angebaut wird.

Auf fruchtbaren Lösslehm-Böden produzieren wir saisonale Frische für das Kloster und die Region. Dazu stehen uns in unmittelbarer Nähe des Klosters fast 5 Hektar Freilandfläche zur Verfügung. Innerhalb der Klostermauern kommen noch einmal 1.500 m² Gewächshausfläche und Folientunnel dazu. Durch diese Kombination lassen sich – von Aubergine bis Zuckerhut – ganzjährig biologische Gemüsekulturen sowie frische Kräuter ernten.

Im Verbund unseres regionalen Autarkiekonzeptes ist die Klostergärtnerei eine wichtige Säule der Urproduktion. Um Nachhaltigkeit zu leben und die Vielfalt der Schöpfung zu erhalten, setzen wir ganz bewusst auf „Bio“-Diversität.

Und das nicht nur bei der Anbauplanung! Im Jahresverlauf wachsen auf unseren Äckern und im geschützten Anbau rund 40 verschiedene Gemüsekulturen. Ergänzt durch fruchtige Beeren aus dem Klostergarten sowie einer Vielzahl aromatischer Kräuter, ist für Abwechslung gesorgt.

Gerne probieren wir alte oder ungewöhnliche Sorten aus: ob ‘Berner Rose‘, Postelein oder Monstranzbohne, sie alle erfreuen uns mit ihren besonderen Eigenschaften. Für unseren „Klassiker“ – den Jungpflanzenverkauf am Maibockfest – produzieren wir mehr als 30 verschiedene, samenfeste Tomatensorten.

Der kleinteilige Anbau lässt auch neben der direkten Produktion Raum für Vielfalt: bunte Zwischenfrüchte und Blühstreifen, die Nützlinge in die Felder holen, liegen uns am Herzen.

Wir streben danach, unseren Anbau naturverträglich und ressourcenschonend zu gestalten – um zu pflegen, was in unsere Verantwortung gegeben wurde.

In direkter Nachbarschaft des Klosters erstrecken sich unsere fruchtbaren Gemüseäcker bis hinunter zu den Ufern des Main-Donau Kanals.

Im Freiland beginnt der Anbau der Sommerkulturen bei uns Ende März. Bis Ende Juli liefert uns der Bioland-Jungpflanzengärtner alle zwei Wochen verschiedene Kohl- und Salatsorten. Mit dem satzweisen Anbau können wir unsere Klosterküche kontinuierlich mit Frischwaren versorgen. Und diese sogar selbst (in verfeinerter Form) beim Mittagessen in unserer Bauernstube genießen!

Zusätzlich werden einmalig größere Mengen Lagergemüse (Sellerie, Zwiebeln, Möhren, Rote Bete, Pastinake etc.) gepflanzt oder gesät, um die Versorgung über die Wintermonate zu ermöglichen.

Zur Bewässerung der Felder im Sommer dient uns eine große Regenwasser-Zisterne, die das ablaufende Wasser von den Klosterdächern speichert.

Da nicht nur die Feldfrüchte, sondern auch allerlei Beikräuter die guten Wuchsbedingungen hier zu schätzen wissen, liegt unser Hauptaugenmerk auf der Unkrautbekämpfung. Im ökologischen Anbau werden keine Herbizide eingesetzt. Um die „Mitesser“ aus den Gemüsebeeten zu bekommen bleiben Hacke, Abflammgerät und Mulchfolie unsere treuen Helfer.

Und nicht zu vergessen unsere ruhesuchenden Klostergäste, von denen einige (zum Stressabbau) beim Unkrautjäten dem Rauschen des Windes in den Weiden lauschen möchten.

Unser wertvoller Boden und das nahe Trinkwasser-Schutzgebiet erfordern einen sorgfältigen und verantwortungsbewussten Umgang mit Düngemitteln und Bearbeitungsgeräten.

Gemeinsam mit unserem erfahrenen Landwirt Frater Richard Schmidt OSB arbeiten wir kontinuierlich an der Gesunderhaltung und Vitalität unserer Böden.

Ergänzend zu den Freiland-Flächen stehen uns im geschützten Anbau rund 1.500 m² zur Verfügung. Im Gegensatz zum konventionellen Anbau, wo sich die erdlose Kultur in Steinwolle oder Perlite-Säcken immer mehr durchsetzt, produzieren wir unser Gemüse in gewachsenem Boden.

Durch den Mist-Kompost der Rinder vom Klostergut Staudenhof, fördern wir die Vitalität des Bodens. Trotzdem heißt es diesbezüglich „am Ball bleiben“, da die Nährstoffversorgung der Pflanzen mit organischem Dünger (besonders im Gewächshaus) viel Fingerspitzengefühl erfordert. Regelmäßige Bodenuntersuchungen sind unerlässlich, um Düngung und Bewässerung abzustimmen. Aber die Mühe lohnt sich!

Wir glauben, dass das Ganze mehr ist, als nur die Summe seiner Teile.

Und das Pflanzen, die in Nährlösung wachsen, nicht die Qualität derer erreichen, die sich ihre Nahrung selbst erwachsen.

Da wir unsere Gewächshäuser (bis auf zwei Ausnahmen) nicht beheizen, sind die Wintermonate für kältetolerante Kulturen reserviert. Feldsalat, Postelein und Asia-Salate (meist Schnittsalat-Mischungen aus Kohlgewächsen) bereichern mit ihren Vitaminen und Vitalstoffen unseren winterlichen Speiseplan. Dann machen sie Platz für die Sommerkulturen Gurke, Tomate und Paprika. Auch Stangebohnen oder Auberginen bekommen das ein oder andere Beet gestellt.

Schädlinge wie Blattlaus, Spinnmilbe und weiße Fliege werden durch Nützlingen in Schach gehalten. Der biologische Pflanzenschutz mit Schlupfwespen oder Raubmilben ist mittlerweile Standard im Gemüsebau unter Glas. Zur Sicherung einer hohen Bestäubungsleistung setzen wir Hummeln ein.

Jede Kultur bekommt so ein passendes „biologisches Schutzpaket“ geschnürt – denn Giftstoffe haben in  Lebensmitteln nichts verloren!

Die Erhaltung pflanzlicher (und damit auch tierischer) Biodiversität ist eine Herzensangelegenheit für uns. Denn jede Art hat ihre besondere Bedeutung. Und nirgendwo wird das besser sichtbar, als im ökologischen Anbau!

Deshalb legen wir einen besonderen Schwerpunkt auf das Thema „Vielfalt und Biodiversität“. Sowohl auf unseren Produktionsflächen außerhalb der Klostermauern, als auch innerhalb des Klosters: wo immer sich die Möglichkeit ergibt, schaffen wir naturnahe Räume mit Entfaltungskraft.

Ein besonderes Schmankerl ist dabei unser Klostergarten. Eigentlich den Mönchen vorbehalten, wird er doch bei Führungen oder am Tag des offenen Klostergartens auch für Gäste geöffnet. Hier vermehren wir besonders gerne Duft- und Blühstauden. Und freuen uns täglich über das eifrige Summen der Wildbienen und Hummeln in der Blütenpracht.

Durch unsere langjährig ökologisch bewirtschafteten Flächen, bietet auch der Acker Potenzial für Vielfalt. Feldgehölze an den angrenzenden Bachauen, Nützlingsstreifen zwischen den Ackerschlägen oder einfach eine blühende Zwischenfrucht: Die Vielfalt der Schöpfung soll sich entfalten können.

Am deutlichsten wird dies wohl bei unserem alljährlichen Jungpflanzenverkauf am Maibockfest: schon Wochen vorher sind wir mit der Aussaat und Pflege unzähliger Jungpflanzen beschäftigt. Vor allem Tomaten, Paprika, Peperoni, Gurken, Kürbisse und Zucchini sind heißbegehrt bei unseren treuen Kunden.

Wir produzieren über 100 verschiede Sorten aus ökologischer Vermehrung. Und mit dem Kauf von Sorten wie ‘Ruhtje‘, ‘Pantos‘, ‘Arola‘ oder ‘Zappho‘ leisten sie sogar einen Beitrag zur Erhaltung samenfester Sorten – einem lange gehegten Kulturschatz.

Die große Bandbreite ursprünglicher Gemüsesorten ist nämlich gefährdet durch aktuelle Entwicklungen in der Pflanzenzüchtung! Grund dafür ist unter anderem die zunehmende Konzentration auf „Hybrid“- oder „F1“-Sorten. Diese Begriffe hat wahrscheinlich jeder Pflanzenliebhaber schon auf einem Saatgutpäckchen oder beim Jungpflanzenkauf gelesen. Hybridsorten entwickeln sich besonders ertragreich und gleichwüchsig – eben „uniform“.

Diese Sonderform der Züchtung hat im Laufe des letzten Jahrhunderts dem Gärtner das Verfügen über seine Sorten vollständig aus der Hand genommen. Der Patentschutz sowie die zur Weiterzucht untauglichen Hybriden machen die selbstbestimmte Pflanzenvermehrung unmöglich.

Wir säen deshalb ausschließlich samenfeste Sorten aus, die man selbst weiter vermehren kann!