Bereits im Mittelalter waren Klöster auch Orte der Bienenzucht. Denn der Fleiß der Bienen ist wirklich sprichwörtlich. Oder würden Sie für ein 500 Gramm Glas Honig die Erde zwei Mal umrunden? Bei der Produktion dieser Honigmenge legt ein Bienenvolk tatsächlich eine solche Strecke zurück!

Ohne die Bienen müssten wir auf wichtige Lebensmittel wie Äpfel, Birnen oder Kirschen verzichten. Mit ihrer Bestäubung ernähren sie uns gleich mehrfach: Zum einen sorgen sie für Frucht- und Samenbildung – zum anderen produzieren sie wertvollen Honig.

Deshalb gehören Bienen für uns einfach dazu: In den Beuten unserer Klosterimkerei leben derzeit etwa 20 Bienenvölker. Unter der Obhut von Frater Andreas Schmidt OSB produzieren sie köstlichen Bienenhonig. Die Haltung erfolgt seit über zehn Jahren nach den strengen Vorgaben des Bioland-Verbandes.

So möchten wir unseren emsigsten Mitarbeiterinnen ein möglichst gesundes und wesensgerechtes Leben garantieren. Auf den Bienenständen unseres Klostergartens und der Streuobstwiese am Klostergut Staudenhof ernten wir Frühjahrsblüten- und Sommertrachthonig.

Einfach ein wunderbarer Anblick, wenn die Bienen im Klostergarten auf den Seerosenblättern des Brunnens landen um ihren Durst zu stillen. Oder ihr beruhigendes Summen sommersonnig über den Duftnesseln, Ringelblumen und Minzeblüten schwebt.

Da wundert es doch niemanden, dass das Bienenlob zum Exsultet (lat. „es jauchze“) gehört.

Die Stewardessen der wichtigsten Fluggesellschaft der Erde wiegen im Durchschnitt nur 0,1 Gramm. Mit ihrer Bestäubung sorgen sie bei unseren Obstgehölzen und Feldkulturen für Frucht- und Samenbildung.

Denn die Biene ist ein kleines Vögelein und gibt doch die allerbeste Frucht.
(vgl. Buch Jesus Sirach 11, 3) 

Bienen sammeln Nektar auf Blütenpflanzen oder Honigtau auf Nadelbäumen.  Die Säfte speichern sie in ihrer Honigblase. Im Stock wird die Ernte in Waben eingelagert. Die dort lebenden Stockbienen erledigen die weitere Verarbeitung und Trocknung. Erst wenn der Wassergehalt unter 18 Prozent liegt, kann der Honig geerntet werden.

Unsere Bienen gelten als Indikator für eine gesunde Umwelt. Je vielfältiger und ökologischer ihre Umgebung ist, desto besser geht es ihnen. Zunehmende Umweltgifte, blütenarme Felder und die Flächenversiegelung setzen den Bienen (wie vielen anderen Insekten) in den letzten Jahren allerdings schwer zu.

Der Schutz und Erhalt unserer Lebensgrundlage sind wir alle verpflichtet. Und tatsächlich: „Jede Blüte zählt“. Denn unsere wertvollen Bestäuberinsekten unterstützt man am besten durch die Aussaat bienenfreundlicher Blühpflanzen. Und natürlich durch die Vermeidung nützlingsschädigender Pflanzenschutzmittel.

In unserem Gesamtkonzept des ökologischen Landbaus streben wir ein Zusammenwirken schöpfungserhaltender Elemente an. Und erzeugen dabei Produkte mit Mehrwert für Mensch und Umwelt.

Unsere Bienen werden nach den strengen Vorgaben des Bioland-Verbandes gehalten.

Sie wohnen in einem gesunden Bienenstock aus natürlichem Holz. Für dessen Schutz dürfen nur Naturfarben ohne Fungizide und Pestizide verwendet werden. Kunststoff ist nicht erlaubt. Er könnte Rückstände enthalten und der Umwelt schaden.

Natürlich müssen auch wir unsere Bienen vor der aus Asien eingeschleppten Varroa-Milbe schützen. Dazu verwenden wir keine chemisch-synthetischen Medikamente, sondern lediglich organische Säuren. Und diese auch nur in der Zeit, in der kein Honig gesammelt wird.

Außerdem findet bei unserer Bioland-Imkerei kein Einsatz von chemischen Mitteln zur Beruhigung der Bienen statt. Auch das Beschneiden der Flügel von Bienenköniginnen wird nicht praktiziert.

Bei der Honigernte tauscht Imker Frater Andreas den Habit gegen seine Imkerkleidung. Geerntet wird mittels einer Honigschleuder. Die Waben werden in ihrem Rahmen von den Wachsdeckeln befreit und in eine Honigschleuder gestellt. Der Schleudervorgang zieht nur den Honig aus den einzelnen Zellen, ohne diese zu zerstören. Danach werden die Waben wieder in den Bienenstock eingesetzt.

Der geschleuderte Honig wird aufgefangen und einige Male durch ein Sieb gefiltert. So stellen wir sicher, dass keine Wachs- und Propolisreste (Bienenharz) mehr enthalten sind. Danach wird der Honig in Honiggläser abgefüllt und einige Tage stehen gelassen. So können sich Luftbläschen und feinste Wachsteilchen auf der Oberfläche absetzen.

Ein Teil unseres Honigs wird über die Klosterküche den Gästen, Mitarbeitern und uns Mönchen serviert. Auch Besucher können in der Klosterschenke und im Buchladen die feine Köstlichkeit erwerben.