Unsere Landwirtschaft, auf dem Klostergut Staudenhof, ist das Zentrum der klösterlichen Urproduktion in Plankstetten.

Frater Richard Schmidt OSB und sein Team bewirtschaften rund 350 Hektar land- und forstwirtschaftliche Fläche. Damit ist unsere Landwirtschaft Herz und Motor der internen Versorgung. Und sie ist 100 % Bioland!

Schon im Jahr 1994 wurde hier komplett auf organisch-biologische Wirtschaftsweise umgestellt. Die Mönche erkannten damals, dass wir als Teil von Gottes Schöpfung eine wichtige Verantwortung dafür tragen, wie wir unser Land bebauen und unsere Umwelt behandeln.

Diese tiefgreifende Neuausrichtung war also im Kern das Ergebnis eines spirituellen Weges.

Erhöhte Achtsamkeit mündete in der Umstellung auf ökologische Landwirtschaft.

Inzwischen erreicht der Öko-Landbau des „grünen Klosters“ zahlreiche positive Effekte in und für die Region. Der reduzierte Einsatz ausschließlich hofeigener Düngemittel unterstützt beispielsweise Bodengesundheit und Wassereinhaltung. Geschlossene Kreisläufe verknüpft mit energieeffizientem Wirtschaften schonen natürliche Ressourcen. Eine vielfältige Fruchtfolge sowie der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel, erfreuen neben den hier lebenden Menschen besonders Bienen, Hummeln und Schmetterlinge.

Sogar unsere Rinder sind Umweltschützer: Eine unserer Mutterkuhherden leistet aktive Biotop-Pflege durch die schonende Beweidung des Vogelschutzgebietes Schwarzachwiesen.

Die in unserer benediktinischen Spiritualität verwurzelte Beständigkeit, rückt Boden als wertvolle Ressource in den Fokus. Schon aus diesem Grund ist der Erhalt von Bodenfruchtbarkeit für uns das zentrale Thema im Ackerbau.

Frater Richard vereint als Bioland-Bodenpraktiker jahrelange Erfahrung mit aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zum bodenschonenden Landbau.

Dazu gehört zum Beispiel eine vielfältige und ausgewogene Fruchtfolge von Humusmehrern und –zehrern. Wir setzen eine 6-jährige Fruchtfolge mit 12 verschiedenen Hauptfrüchten um.

Nach zweijährigem Kleegras zur Vitalisierung und Unkrautunterdrückung werden im dritten Jahr Weizen, Wintergerste, Kartoffeln oder Mais angebaut. Im vierten Jahr folgen Hafer oder Braugerste, im fünften Jahr Leguminosen wie z. B. Erbsen und im sechsten Jahr Dinkel, Roggen, Einkorn oder Emmer.

Zwischen den Hauptkulturen dient der Anbau sorgfältig ausgewählter Gründüngungen dazu, den Boden möglichst dauerhaft zu bedecken. So ist er besser vor Erosion geschützt. Außerdem werden dem Bodenleben neben ausreichend Nahrung, auch Schutz vor Hitze und Austrocknung geboten.

Unseren Mist und die Gülle behandeln wir mit effektiven Mikroorganismen und Gesteinsmehl. So gibt er dem Boden noch mehr Fruchtbarkeit.

In der bäuerlichen Landwirtschaft innovativ zu sein, gibt uns die Natur vor.

Mit jeder Saison stellt sie uns vor neue Herausforderungen. Mittlerweile macht sich auch bei uns der Klimawandel deutlich bemerkbar. Wechselnde Niederschläge rücken den Boden als zentralen Wasserspeicher weiter in den Vordergrund.

Neben dem Ackerbau ist die Tierhaltung ein wichtiges Standbein unserer Landwirtschaft. Durch diese Kombination können klostereigene Kreisläufe ausgewogen gestaltet werden.

Unsere Tierhaltung ist flächengebunden. Das bedeutet, wir bewirtschaften genug Ackerflächen, um den anfallenden Mist selbst zu verwerten und das Futter für unsere Tiere zu produzieren.

Unsere Fleckvieh-Mutterkuhherde mit rund 200 Tieren bekommt ausschließlich Bio-Futter. Die Kälber werden mit ihren Müttern zusammen in Weidehaltung aufgezogen. Auch die Schafherde mit ca. 70 Schafen und 4 Ziegen sucht sich ihr Futter gerne auf frisch-grünen Wiesen. Für unsere 300 Mastschweine wurde ein Pig-Port Stall mit Auslauf gebaut. Die Tiere leben dort in Gruppenhaltung.

Um die Tiergesundheit zu fördern, werden auch effektive Mikroorganismen eingesetzt. Diese natürlichen Helfer haben positive Auswirkungen auf die Vitalität und somit das Wohlbefinden der Tiere. Und wo immer die Möglichkeit besteht, wird in unseren Ställen Homöopathie statt  „chemischer Keule“ verwendet.

Dieses ganzheitliche Konzept steht im Kontrast zu aktuellen Entwicklungen im Agrarsektor, wo zunehmende Spezialisierung in Agrarfabriken dem Schwund bäuerlicher Gemischtbetriebe gegenüber steht.

Wir Mönche in Plankstetten, möchten hier ganz bewusst ein Zeichen für schöpfungsgerechtes Wirtschaften setzen. Und das bedeutet in erster Linie Vielfalt und nachhaltige Stabilität. Auch wenn das höhere  Ansprüche an die Bewirtschafter bedeutet und viele Herausforderungen mit sich bringt.

Auf rund 150 Hektar Ackerfläche und fast eben so viel Grünland, werden hochwertigste Urprodukte für Klosterbetriebe und Region erzeugt: Unser wertvolles Backgetreide wird in der Hainmühle (Morsbach, Titting) gemahlen. In der Klosterbäckerei entstehen daraus leckere Backwaren.

Das Braugetreide bekommt das Riedenburger Brauhaus, eine innovative Bio-Brauerei im Altmühltal. Dort verwandeln sich nicht nur Gerste, sondern auch ursprüngliche Getreidearten wie Dinkel oder Emmer, in perlendes Bio-Bier.

Das ebenfalls erzeugte Futtergetreide bereichert den Speiseplan unserer Rinder, Schafe und Schweine. Aus deren schmackhaftem, langsam gewachsenem Fleisch produziert unsere Klostermetzgerei herzhafte Spezialitäten. Die Klosterküche, der Hofladen sowie unser Marktwagen sind die größten Abnehmer der guten Bio-Kartoffeln vom Staudenhof.

Auch die vitaminreichen Äpfel, Birnen, Kirschen und Zwetschgen der Streuobstwiesen sind gefragt. Sie werden entweder zu saisonalen Süßspeisen, Marmelade und Saft verarbeitet oder in der Brennerei zu gehaltvollen Schnäpsen veredelt.

Besonders eng sind die Kreisläufe der Landwirtschaft mit den beiden anderen Urproduktions-Betrieben des Klosters verknüpft: Die Gärtnerei vitalisiert ihre Gemüseflächen mit fruchtbaren, landwirtschaftlichen Düngern wie Mist-Kompost oder Gärsubstrat. Im Gegenzug liefert sie Gemüsereste zur Kompostherstellung. Die Bienen der Imkerei sammeln auf blühenden Zwischenfrüchten und Wiesen nahrhaften Pollen. Ihre Bestäubung bringt Streuobst und Beerensträucher in den Ertrag.

Die landwirtschaftliche Urproduktion steht am Beginn der Schöpfungskette. Der Umgang mit den Lebensgrundlagen Boden und Wasser bedeutet für uns besonders bewusstes und umsichtiges Handeln. Eine kontinuierliche Entwicklung der Anbaupraxis ist dafür notwendig: Produktionsziele wie Kartoffelertrag oder Backweizenqualität wollen mit ökologischen Visionen wie Biodiversität, Bodengesundheit und Wasserreinhaltung in Einklang gebracht werden.

Dazu verhelfen uns jahrelange Erfahrung, aber mehr noch der regelmäßige Austausch mit Berufskollegen aus der Praxis, Querdenkern und Wissenschaftlern. Die alljährlich stattfindende Bioland-Tagung im Kloster Plankstetten symbolisiert diese stetige Entwicklung. Menschen mit unterschiedlichen Stärken und Erfahrungen tauschen sich hier aus, um ihre Idee von nachhaltiger Landwirtschaft gemeinsam weiterzuentwickeln.

Auch diese Treffen ermöglichten uns zahlreiche Innovationen im täglichen Umgang mit unseren Tieren und Pflanzen. So waren beispielsweise effektive Mikroorganismen (sogenannte EM) vor einigen Jahrzehnten noch relativ unbekannt und eher ein Betriebsmittel für Esoteriker. Heute sind ihre positiven Auswirkungen auf Tier- und Pflanzengesundheit auch durch zahlreiche Medienberichte präsent. Ihr Einsatz in unseren Ställen und auf den Äckern unterstützt ein vitales System in Balance, das besser gegen Krankheiten und Schädlinge geschützt ist: Für uns die Basis eines erfolgreichen Öko-Landbaus.

Um innovativen Austausch in und mit der Region zu fördern, ist das Klostergut Staudenhof einer von deutschlandweit 224 Demonstrationsbetrieben Ökologischer Landbau. Sowohl für interessierte Berufskollegen, als auch für außerlandwirtschaftliche Besucher z. B. Schulklassen oder Reisegruppen, gibt es Führungen.

Der Staudenhof ist auch anerkannter Erlebnisbauernhof!

Neben den landwirtschaftlichen Flächen gehören auch größere Mischwaldbestände zum Kloster Plankstetten. Unsere Forstwirtschaft umfasst rund 65 Hektar. Deren Pflege liefert regionales Holz mit kurzen Transportwegen für die klostereigene Schreinerei und unsere Hackschnitzelheizung.

Der Großteil der eingeschlagenen Bäume wurde und wird bei Renovierungsmaßnahmen als Bauholz verwendet. Darüber hinaus fertigt unsere Schreinerei aus dem Stammholz solide Fenster und Türen sowie rustikale Massivholz-Möbel.

Bei einer Übernachtung im Gästehaus schläft man quasi „klosterforstlich gebettet“.

Wann immer es möglich ist, berücksichtigen wir bei den Ernte- und Pflegearbeiten im Wald den forstwirtschaftlichen Mondkalender. Traditionell werden dem sogenannten „Mondholz“ besondere Qualitäten hinsichtlich seiner Stabilität sowie seiner Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge nachgesagt.

Das bei der Ernte anfallende Schwachholz wird gehäckselt und in der Hackschnitzelheizung des Klosters verfeuert.

Trotz der umfassenden Nutzung verbleiben Teile unserer Bäume im Wald. Während ihrer Zersetzung dienen sie als Lebensraum für die dort lebenden Tiere und Mikroorganismen. Am Ende werden sie zu wertvollem Bodenhumus.

Beim Umbau des Waldes setzen wir jetzt bevorzugt Baumarten ein, die mit wärmeren Temperaturen und geringeren Sommerniederschlägen zurechtkommen. In den letzten Sommern zeigte der Anblick von braunen Nadelbäumen in unserer Region deutlich: Baumarten wie Fichte, Waldkiefer und Lärche müssen zukünftig durch regional angepasste (Laub-) Baumarten ersetzt werden. So können die Bestände auch in Zeiten zunehmender Klimaveränderungen stabil und gesund gehalten werden.

Im Jahr 2016 wurde am Staudenhof unsere landwirtschaftliche Biogasanlage (75 kW) in Betrieb genommen. Als Substrat verwenden wir hauptsächlich Gülle- und Festmist aus unserer Tierhaltung. Ergänzend werden kleinere Mengen Kleegrassilage oder nicht verfütterbares Ausputzgetreide zugefügt.

Da die Anlage nicht mit intensiv produzierten Rohstoffen wie Maissilage gefüttert wird, erweitert sie sinnvoll unser Nachhaltigkeitskonzept: Während früher Gülle und Mist direkt aus dem Stall in die Lagerung und dann aufs Feld kamen, wird heute die Biogasanlage zwischengeschaltet.

In der Anlage bauen Mikroorganismen unter Luftabschluss die organischen Verbindungen in Methan, Kohlendioxid und Wasser um. Diesen Vorgang nennt man „Vergärung“. Das entstehende Biogas ist ein energiereiches, brennbares Gasgemisch.

Bei der Verbrennung des Biogases können wir in unserem Blockheizkraftwerk pro Jahr ungefähr 600.000 kWh Strom erzeugen. Das reicht aus, um sämtliche Klosterbetriebe zu 100 % mit eigenem Strom zu versorgen! Die entstehende Abwärme wird zur Heizung der Mitarbeiterwohnungen, in der Schweinefütterung sowie bei der Trocknung von Erntegut genutzt.

Der Rückstand der Vergärung (die sogenannte „Biogasgülle“) ist außerdem ein hochwertiger organischer Dünger. Wir bringen ihn, wie vormals die Gülle und den Festmist, auf unseren Feldern aus. Gegenüber normaler Gülle hat die Biogasgülle einige Vorteile: die hygienische Qualität wird verbessert, da viele Krankheitserreger und Unkrautsamen abgetötet werden. Nährstoffe sind besser pflanzenverfügbar. Die Biogasgülle ist weniger geruchsintensiv und aggressiv. Allerdings fehlt ihr, im Vergleich zum Festmist, auch einiges an Kohlenstoff. Dieser ist wichtig für den Humusaufbau. Deshalb musste das Dünge- und Humusmanagement angepasst werden. Beispielsweise arbeiten wir jetzt verstärkt mit Mistkompost, den wir aus unseren Ställen veredeln.

Mit der Kaskadennutzung unserer Rohstoffe streben wir danach, betriebsinterne Kreisläufe effizienter zu gestalten und so natürliche Ressourcen zu schonen.